Es geht weiter


Dreieinhalb Monate ist es her, dass meine Mutter Ihren Weg hier beendet hat und nun endlich habe ich wieder Muße, ein paar Zeilen zu schreiben. Im Rückblick wirkt das alles immer noch etwas surreal. Natürlich vermisse ich sie…allerdings die Frau, die sie vor drei Jahren war - die letzten zwei Jahre vermisse ich so gar nicht und bin wirklich froh, dass dieser Weg gegangen ist. Wer mir hier schon länger folgt, kennt die Geschichte ja.


Aktuell rennt das Leben wieder im Zeitraffer und es gibt viele schöne Dinge zu tun. Viele Dinge aus der alten Zeit kann ich jetzt voll und ganz annehmen um sie dann loszulassen. Jedes Loslassen schafft wieder Platz für neues - manchmal habe ich den Eindruck, ich beginne ein völlig neues Leben…fühlt sich wirklich gut an. Auch meiner Frau und unseren Kindern geht es sehr gut und wir genießen die sommerliche Ferienzeit. Ich fühle mich mit meinen 50 Jahren so gut wie selten zuvor in meinem Leben. Ich liebe es, älter zu werden.


Gerade schlürfe ich einen Schluck lauwarmen Kaffee aus meiner G=L3 Tasse - meine persönliche Glücksformel (Glück = Liebe * Lachen * Leben) und denke kurz darüber nach. Ich weiß gar nicht mehr, wann mir diese Formel eingefallen ist, aber für mich drückt sie alles aus, was man zum Leben wirklich braucht - alles andere ist kalter Kaffee ;-). Während ich hier so schreibe, fällt mir auf, dass ich das wirklich gerne mache. Die letzten Monate habe ich keinen wirklichen Antrieb zum Schreiben gefunden und ich dachte zeitweise, MisarWunderbar gehört nun auch der Vergangenheit an. Gestartet habe ich das ganze 2020 mit dem einzigen Selbstzweck, meine Gedanken einfach los zu werden und habe inzwischen gelernt, dass man sie nicht wirklich los werden kann. Man kann sie nur los lassen … aber erst, wenn man sie voll und ganz durchlebt und angenommen hat - dafür hat mir mein Schreiben und Sprechen hier sehr geholfen. Da in den letzten Wochen sehr viel Klarheit mein Leben bestimmt, gab es auch weniger loszulassen - deswegen wahrscheinlich auch die längere Pause hier. Falls übrigens jemand sehnsüchtig auf die finale „Anne Bierbar“ wartet - Ralf und ich haben die letzten Proben schon vor dem Tod meiner Mutter zu uns genommen. Allerdings habe ich das Thema aus aktuellem Anlass dann erstmal zurückgestellt - fand es irgendwie seltsam, direkt nach „Gehen lassen (oder der Weg ins Glück)“ eine „Anne Bierbar“ zu veröffentlichen. Kommt aber bald (wahrscheinlich als nächstes).


Da mir jetzt so vieles und irgendwie auch nichts mehr einfällt, baue ich jetzt mal das Mikrofon auf und laber noch ein bisschen … wer sich das anhören möchte, kann das HIER tun.


Ich wünsche euch eine wundervolle Zeit … bleibt gesund und wach!